Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Stefan Meyer arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich „Politische Theorie und Ideengeschichte“ unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Jörke und ist Doktorand im DFG-Graduiertenkolleg „Standards des Regierens“.
Dissertationsprojekt
Robert Dahl, Good Governance und die Transnationalisierung der Demokratietheorie
Mein Promotionsvorhaben ist an der Schnittstelle von Politischer Theorie und Ideengeschichte angesiedelt und nimmt die Suchbewegung nach den maßgeblichen politischen Standards des 21. Jahrhunderts in den Blick. Die postnationale Konstellation und die Schwierigkeiten der Demokratietheorie, ein plausibles Zukunftsmodell aufzuzeigen, bilden deren spezifischen Hintergrund. Von besonderem Interesse ist dabei, was eigentlich immer wichtig ist, wenn es um Standards geht: was wird priorisiert und was vernachlässigt, was wird ausgeblendet und was bleibt letzten Endes auf der Strecke.
Meine Dissertation untersucht daher mehrere emblematische Versuche – u.a. die ‚Erfindung‘ der Output-Legitimität, den Aufstieg des Governance-Paradigmas sowie die Propagierung von Good Governance –, das ehemals hegemoniale Modell zu korrigieren respektive zu ersetzen. Hierbei handelt es sich um die liberale Demokratietheorie, insbesondere in ihrer prozeduralistischen Spielart, wie sie maßgeblich von Robert Dahl erarbeitet wurde und nunmehr ausgedient zu haben scheint. Wie sich im Zuge einer eingehenden Untersuchung herausstellt, ist es tatsächlich jedoch dieses frühere Modell, das nach wie vor am meisten überzeugt. Zumindest, wenn man es nicht nur oberflächlich, sondern in seiner Gesamtheit versteht, mit all seinen Vorzügen, Implikationen und Einschränkungen. Dies wird nicht zuletzt durch eine systematisierende Rekonstruktion und Kartierung von Dahls multidimensionalem Ideengebäude verdeutlicht, welches heterodoxe Elemente miteinbeziehen und sogar trade-offs zulassen kann, ohne das basale Prinzip der politischen Gleichheit vorschnell aufgeben zu müssen.
Forschungsprofil
- Politische Ideengeschichte
- Demokratietheorie
- reaktionäres/rechtsextremes politisches Denken
- liberales politisches Denken
Curriculum Vitae (Kurzfassung)
| Seit 04/2023 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich „Politische Theorie und Ideengeschichte“ der TU Darmstadt |
| 09/2025-12/2025 | J-1 Visiting Scholar, Department of Political Science, Indiana University Bloomington (hosted by William E. Scheuerman and Jeffrey C. Isaac) |
| 02/2022-01/2023 | Studentische Hilfskraft im BMBF-Projekt „Meme, Ideen, Strategien rechtsextremistischer Internetkommunikation“ (MISRIK) am Institut für Philosophie der TU Darmstadt |
| 10/2019-03/2023 | M.A. Politische Theorie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der TU Darmstadt (Abschlussarbeit: „Nun sag‘, wie hast du’s mit der Gerontokratie? Politisierte Altersbilder und altersspezifische Herrschaftsvorstellungen bei Platon, Aristoteles, Fazy, Weber und Hayek“) |
| 10/2015-09/2019 | B.A. Philosophie / NF Soziologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg |
| 09/2012-09/2015 | B.A. Politische Wissenschaft / NF Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg |
Publikationen
Aufsätze in Zeitschriften:
- 2026/i.E.: „Europe needs revolution, a democratic revolution”. Einleitung zum Wiederabdruck von fünf Briefen des Soldaten Robert A. Dahl. In: Zeitschrift für Politische Theorie 16 (2), 303-314.
- 2025: Duo infernale. Wie der liberale Antipopulismus den antiliberalen Populismus schürt und nährt. In: Amosinternational 19 (1), 4-11 (zusammen mit Dirk Jörke).
Editorische Tätigkeiten:
- 2026/i.E.: Robert A. Dahl: Fünf Briefe. In: Zeitschrift für Politische Theorie 16 (2), 315-322.
Rezensionen & Tagungsberichte:
- 2025: Demokratischer Postliberalismus: Fehlanzeige. Bericht über die Akademietagung der Christlichen Gesellschaftsethik in der Akademie des Bistums Mainz (25.–26. Oktober 2024). In: Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 66, 313-319. doi.org/10.17879/jcsw-2025-8924
- 2024: Von einem, der auszog, das Fürchten zu lehren. Philip Manow beobachtet die Beobachter der Demokratie. In: Ethik und Gesellschaft 2/2024. doi.org/10.18156/eug-2-2024-rez-10
- 2024: Rezension von Steffen Mau, Thomas Lux, Linus Westheuser: Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft. In: Jahrbuch Extremismus & Demokratie 2024, 327-330 (zusammen mit Dirk Jörke). doi.org/10.5771/9783748949503
- 2024: (K)ein Liebhaberprojekt. Grundlegendes aus der kritischen Konservatismusforschung. Theorieblog, 08. Oktober 2024.
- 2023: Exit ohne Exiteers. Theorieblog, 10. Oktober 2023.
Lehrveranstaltungen
- SoSe 2026 | Seminar „Lektürekurs Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit“
- SoSe 2025 | Seminar „Lektürekurs Tocqueville: Über die Demokratie in Amerika“
- SoSe 2024 | Seminar „Demokratietheorie(n): Eine Einführung“
